Gabi Keil
Ausblicke | Ausstellung vom 22. März bis 7. Mai 2026

Ausstellungsfahne zeigt eine einen sich windenden Straßenverlauf mit einem Haus und einer Pappel

Wir laden Sie und Ihre Freunde sehr herzlich ein, die Ausstellung zu besuchen:

Zur Ausstellung erscheint eine Vorzugsgrafik.

In der Ausstellung "Ausblicke" möchten wir Ihnen die Malerin Gabi Keil vorstellen, die erstmals bei art + form ihre Arbeiten zeigt. Die Gemälde von Gabi Keil eröffnen uns u.a. malerische Stadtansichten Dresdens, fein beobachtete Stillleben und vor allem Ausblicke... Perspektiven auf Landschaften und Gärten beim Hinausschauen aus dem Fenster ins Freie und Luftige... Ihre Motive setzt die Künstlerin mit malerischem Feingefühl, mit Sensibilität für besondere Lichtsituationen sowie mit einer gewissen Sachlichkeit um. Ihre Ansichten erscheinen zumeist in ruhiger, sanft leuchtender und flächiger Farbigkeit.

Freuen Sie sich auf die Malerei von Gabi Keil und lassen Sie sich durch neue Perspektiven inspirieren!

Erfahren Sie hier mehr über die Künstlerin und die Ausstellung ...

Gabi Keil wurde 1970 in Oschatz geboren und studierte bei Prof. Max Uhlig Malerei/Grafik an der HfBK Dresden. Zahlreiche Studienreisen führten die Künstlerin nach Frankreich, Italien, Spanien und Österreich. Sie lebt und arbeitet im Raum Dresden.

Die Ausstellung zeigt vorwiegend Gemälde, gearbeitet in Öl auf Leinwand, von denen die meisten innerhalb der letzten drei Jahre entstanden sind: Stillleben und vor allem Stadt- und Landschaftsdarstellungen - denn es ist der Blick ins Freie und Weite, der in dieser Ausstellung thematisiert wird.

Neben Ausblicken auf Paris und Wien sind v.a. Ansichten von Dresden und Umgebung zu sehen. Zumeist eröffnen sich dem Betrachter Perspektiven von erhöhten Standpunkten aus, auf Dachlandschaften, Straßenzüge und Kreuzungen. Einige Bilder zeigen den Blick von einem Innenraum aus dem geöffneten Fenster nach draußen, auf blühende Bäume und Landschaften. Ein weiteres wiederkehrendes Motiv bei Gabi Keil ist das Wasser, sei es in Ansichten auf die Elbe bei Dresden oder auf eine Reihe von Gemälden mit am Ufer liegenden Booten.

Viele der Stadtmotive lassen sich konkret lokalisieren, andere bleiben anonym, so etwa die Darstellung einer einsamen Straßenflucht, die sich am Horizont verliert und mit dem Titel „Quo vadis?“ symbolhaft über sich selbst hinausweist. Hier scheint eine ganz eigene, melancholische und nahezu surreal anmutende Atmosphäre auf, die in Gabi Keils Malerei wiederkehrend zutage tritt. In weichem ruhigen Pinselduktus und einer gedeckten, sanft leuchtenden Farbigkeit verwischen sich in ihren Bildern oft die Konturen des gegenständlichen Motivs in einem Grad von Unschärfe, was das Gesehene in eine traumhaft-rätselhafte Sphäre entrückt.

In beeindruckender Weise setzt die Künstlerin malerisch besondere Lichtsituationen um, wie sie z.B. an winterlichen Nachmittagen bei tiefstehender Sonne erlebbar sind, z.B. in den Gemälden „Ausblick Adlergasse“ und „Blick auf die Johannstadt“. Neben Darstellungen von Hinterhöfen der Neustadt ist auch das barocke Dresden, etwa in den Gemälden „Elbe am Abend II“ und „Stadt am Abend II“ ins Bild gesetzt. Mitunter finden sich ungewöhnliche Betrachtungswinkel von ausschnitthaft erfassten architektonischen Details, in denen eine eher reduzierte und flächig angelegte Bildkomposition zum Tragen kommt, so z.B. in den Bildern „Winter“ und „Pirna Markt“. Besondere Perspektiven und Ausschnitte fand die Künstlerin auch in Schloss Friedburg in Südtirol, dessen charakteristisch schachbrettartig gemusterte Fassade in den Gemälden „Friedburg I und II“ von ihr motivisch aufgriffen wurde.

Die Ausstellung lädt Sie dazu ein, die stille und intensive Malerei Gabi Keils zu erfahren und sich auf neue „Ausblicke“ einzulassen.

Besuchen Sie unsere Ausstellung und erleben Sie ihre Bilder im Original. Wir freuen uns auf Sie!

Impressionen von der Vernissage

Sonntag, 22. März 2026

Rede von Katharina Arlt zur Ausstellungseröffnung am 22.03.2026

Im Gemälde „Quo vadis“, dem Titelbild der Schau, sehen wir aus leicht erhöhter Perspektive die stadteinwärts führende Hamburger Straße in Dresden. Sie wird von hohen Backsteinbauten flankiert, Relikten der historischen Industrie- und Gewerbebebauung jener westlichen Achse der Stadt. Schemengleich und doch blockhaft leuchten sie in ihrem Karmesinrot hinter den schmal aufragenden grünen Pappeln hervor – wie das Tor zu etwas Unbestimmten. Doch eigentlicher Hauptakteur, als markantes Zeichen der Zivilisation, ist die breite mehrspurige Straße. Verheißungsvoll in blassem Violett windet sie sich sanft ansteigend empor, Fahrbahnmarkierungen weisen uns Richtungen und Blicke. Doch ihr Ziel bleibt vage. Jenseits der scharf umgrenzten Schatten auf dem Asphalt, die zur Straßen-Kuppe als vorgezogener Horizontlinie führen, erwartet uns die bläulichgrau, diffus verhangene Atmosphäre der unbestimmten Leere. Seltsam entrückt scheint die Szenerie, weder Mensch noch Fahrzeug, keine Anzeichen von Dynamik und Veränderung eines Vorher oder Nachher; ein Zustand urbaner, eingefrorener Stille liegt vor uns – die Stille zwischen den Augenblicken ohne Ereignis. Entstanden während der Covid-19-Pandemie, strahlt jene Stadtlandschaft eine eigentümliche Ruhe und formale Klarheit aus, die nicht nur zeitgeschichtlich symptomatisch erscheint, sondern vielmehr charakteristisch für das gesamte malerische und grafische Werk der Künstlerin ist. In all ihren Arbeiten – ob Stadtlandschaften, Elbansichten oder Flussräumen – zeigt sich ein durchgängiges Streben nach einem Zustand des bloßen Gewahrwerdens: eine Suche nach einer Wahrnehmung, in der Sehen, Raum und Gegenwart noch nicht durch erzählerische oder psychologische Deutung getrennt sind. Keils Malerei nähert sich damit einem ideal gedachten „Urzustand“ der Erfahrung an, einer reinen Präsenz, die im Bild sichtbar wird – und zugleich im Akt der malerischen Formgebung bewusst als fragile, nie ganz einzulösende Annäherung erfahrbar bleibt.

Gabi Keil, einst Meisterschülerin Max Uhligs an der Dresdner Kunsthochschule widmet sich seit nunmehr über zwanzig Jahren Ausblicken auf Stadt- und Kulturlandschaften – das Motto der Schau „Ausblicke“ ist intellektueller und visueller Anker ihrer Werkgruppen, seien es Ansichten ihres derzeitigen Lebens- und Arbeitsortes im Raum Dresden, oder Szenen aus europäischen Metropolen wie Florenz, Madrid, Paris oder Wien, die die Künstlerin während ihrer zahlreichen Arbeits- und Stipendienaufenthalte bildkünstlerisch erkundete. Neben unprätentiösen Perspektiven, filmisch anmutenden Momentaufnahmen, sind es Fensterausblicke und Stillleben, die Keil darbietet. Doch diese garantieren nicht immer, „Ausblick“ zu sein. In der Tat sind es bisweilen weniger malerische Aufsichten, eher architektonische Durchblicke und Mauern die unserem Blick Einhalt gebieten, ihn aufhalten und beschäftigen. In Gabi Keils Malerei fungiert etwa eine schneebedeckte, kriegsbedingte Flachdachebene als visuelle Schwelle zwischen Nähe und Ferne und öffnet im Bildvordergrund den Blick auf eine inhomogene Stadtsilhouette des Dresdner Westens. Oder das Auge wird mit engen Bildaus- und Anschnitten konfrontiert. Wie in einer Pirnaer Dachlandschaft. Mehrere gestaffelte Giebel schieben sich mit ihren schrägen Dachkanten ineinander und bilden eine rhythmische Folge heller, nahezu flächiger Dreiecke. Rechts wird die Komposition abrupt vom dunklen Turmschaft der Stadtkirche St. Marien begrenzt, der nur fragmentarisch ins Bild tritt. Neben all diesen „ungerahmten“ Blicken auf urbane Schauplätze und ländliche Szenerien, gibt es in Gabi Keils Werk das wiederkehrende Sujet des Fensterblicks. Sie setzt die Laibung des Fensters bewusst als Bildelement ein, die den Ausblick auf eine Landschaft, eine Baumgruppe rahmt, mitunter ist es ein Pfosten am Bildrand, eine angedeutete Scheibe, oder ein seitlich ins Bildmotiv ragender Vorhang. Bewusst rekurriert Gabi Keil hier auf einen prägenden Topos der Kunstgeschichte. Seit der frühen Neuzeit fungiert das Fenster nicht nur als architektonisches Motiv, sondern als Sinnbild des Bildes selbst: als gerahmte Öffnung zur Welt. Es markiert die Schwelle zwischen Innen und Außen, zwischen geschütztem Raum und weiter Landschaft, zwischen Subjekt und Welt. Zugleich thematisiert es die Bedingungen des Sehens. Das Bild erscheint wie ein Ausschnitt, wie eine bewusst gewählte Perspektive. Der Blick durch das Fenster ist daher nie nur Ausblick, sondern immer auch Reflexion über Wahrnehmung, Distanz und Präsenz. Gabi Keil geht es somit nicht um die exakte Übertragung eines konkreten Ortes auf die Leinwand, vielmehr setzt sich ihre Komposition aus Skizzen und Studien vor Ort, gedanklichen Reminiszenzen und eigenen Bildinventionen zusammen. Kunsthistorische Auseinandersetzungen mit Chromatik und Komposition altmeisterlicher Werke, etwa den Veduten Canalettos, Lichtstimmungen Caspar David Friedrichs oder das Kolorit Velazquez und Goyas sind Teil ihrer Bildfindung. Typisch für Keils Arbeit ist die Anlage ihrer Komposition im Großformat und die spätere Rückkehr zu einem Detail des Motivs in kleinerem Ausschnitt – sinnbildlich für das malerisch-gedankliche Umkreisen eines Sujets.

Gabi Keil geht es in ihrer Malerei insbesondere darum immaterielle Phänomene wie changierende Farbe, Licht und Atmosphäre festzuhalten. Die Wirklichkeit ist lediglich ein Anstoß der dem Bildwillen der Künstlerin angepasst werden kann. Planvoll entstehen ihre Arbeiten in einem langwierigen Prozess. Am Anfang stehen Bleistiftskizzen, in denen sie ihre ersten Beobachtungen vor Ort fixiert, später im Atelier umkreist sie in ausgefeilteren Studien ihr Motiv, es folgen großformatige Kohlezeichnungen, erste Entscheidungen für die Anlage der Komposition, die die Künstlerin in Kohle auf die Leinwand überträgt, um sie von zarter Gouache zu überformen und allmählich mit dem malerischen Aufbau zu beginnen. Die besondere Leuchtkraft von Keils feinmalerischer Öltechnik entsteht durch den Aufbau zahlreicher dünner, transparenter Farbschichten, in denen das Licht nicht nur an der Oberfläche reflektiert, sondern durch die Lasuren hindurch in tiefere Schichten eindringt und von dort zurückgeworfen wird. Gerade die ruhige, glatte Malweise (mittels Pinsel und Spachtel) weitgehend ohne pastosen Auftrag verstärkt diesen Effekt, da die Farbe wie ein lichtdurchlässiger Raum wirkt und so eine innere, beinahe immaterielle Strahlkraft entfaltet. Besonders deutlich wird dies in den unbewegten Wasserspiegeln ihrer Dresdner Flusslandschaften entlang der Elbe, ob im Loschwitzer Hafen, oder der ungewöhnlichen Sichtachse unterhalb der Augustusbrücke gen Synagoge, stets meidet sie die konventionelle Vedute der Stadt, sucht nach neuen Perspektiven. Die gleichsam eingefrorene Bewegung der Oberfläche des Wassers, die weichen Konturen ihrer Bildelemente, die unsichtbare Faktur ihrer Pinselbewegung lassen an fotografische Langzeitbelichtungen denken. In der Malerei von Gabi Keil scheint die Flut fliehender Momente zu einem Einzigen verdichtet. Bewegung, Licht und Atmosphäre verweben sich in der feinmalerischen Oberfläche zu einer Art Zeitspeicher, in dem die Flüchtigkeit, das Wandelbare des Augenblicks bewahrt und gleichsam sichtbar bleibt.

 

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