Małgorzata Chodakowska und ihre Skulpturen

Die in Dresden lebende Bildhauerin Małgorzata Chodakowska spricht über ihren Kalender „City“ für das Jahr 2021. Sie gibt uns auch einen kurzen Einblick in das Entstehen einer Skulptur. Wie alle ihre Werke entstand auch dieses zusammen mit dem Dresdner Fotografen Lothar Sprenger.

Warum Skulpturen?

Das musste so sein. Ich liebe Skulpturen, Schönheit, Menschen. Und das kann man eben am schönsten in diesen drei Dimensionen darstellen. Ein befreundeter Poet hat einmal zu mir gesagt: „Du schaffst noch die vierte Dimension – die Dimension des Herzens.“.

Eine ihrer Bronzefiguren, die sie liebevoll Kinderchen nennt

Woher kommt die Inspiration für eine Skulptur?

Manchmal kommt die Inspiration auch einfach unerwartet. Oder ich gehe zu einer Tanzaufführung. Sehr gern zu modernen. In Hellerau und in der Semperoper gibt es viele moderne Stücke. Meine Lieblingsmodelle sind auch Tänzerinnen. Sie haben wirklich den perfekten Körper. Wie Göttinnen. Und das muss man einfach in einer Skulptur festhalten. Ja, oder ich gehe durch die Natur und sehe etwas Schönes und die Idee flattert plötzlich in mich hinein.

Wie entsteht eine Skulptur?

Das ist wie bei einer Geburt. Erstmal hat man die Idee im Kopf. Man trägt sie Wochen, manchmal Monate, manchmal Jahre mit sich. Und dann plötzlich, wenn man überzeugt ist, dass es interessant ist und etwas zu sagen hat, dann geht es los. Entweder mit einem Stück Holz, das wird dann angezeichnet und mein Mann hilft mir mit der Kettensäge, die groben Stücke wegzuschneiden. Oder wenn ich mit Ton modelliere, wird erstmal das Skelett gebaut, dann Ton aufgetragen und modelliert. Dann kommt der Gießer, nimmt eine Negativform und es wird anschließend in Bronze gegossen. Gerade bei Springbrunnen ist das wichtig, weil natürlich Wasser und Holz nicht zusammen geht. Aber Bronze ist dafür ein wunderschönes Material.

Das Gittermodell einer geplanten Bronzefigur

Holz, Ton, Bronze… Springbrunnen?

Ja. Ich bin so glücklich, dass ich nun seit mindestens 12, 13 Jahren schon ziemlich viele Springbrunnen gemacht habe. Und es macht mir immer mehr Freude. Wasser ist Leben. Wasser ist Bewegung. Und wenn diese stehende Skulptur, die sich nicht bewegt, sich dann plötzlich doch bewegt, was ja eigentlich nur eine optische Täuschung ist, hat man das Gefühl, sie lebt. Das ist das Schöne. Und die Leute lieben das auch. Ich versuche das manchmal zu verstecken. Dass das Wasser als Überraschung kommt und man gar nicht erwartet, dass es ein Springbrunnen ist. Was für mich wichtig ist, dass, wenn sie nicht eingeschaltet sind, dass sie trotzdem wirken, schön und ästhetisch. Auch ohne diesen extra Kick Wasser.

Der Kalender 2021 trägt den Titel…

City. Ich habe letztes Jahr eine schöne Ausstellung in Breslau gehabt, im polnischen Wroclaw. Da sind auch die meisten Aufnahmen entstanden. In einem barocken Becken. Die Hauptfiguren waren zwei Jungen mit einem Delfin. Da passten auch meine Kinder dazu. Also keine Flamenco Tänzerinnen. Das war wie mein Kindergarten in diesem Becken. Da haben wir wunderschöne Aufnahmen mit Lothar Sprenger gemacht. Mit ihm arbeite ich schon seit über 20 Jahren zusammen und wir haben auch die anderen Kalender geschaffen.

Ein Foto ist in China. In Suzhou. Das ist eine 13 Millionen Menschen Stadt. Eine wunderschöne alte Stadt. Da stehen meine drei Ballerinas. Das wollte ich natürlich auch zeigen. Also auf der einen Seite Barock, auf der anderen Seite das moderne China. Dann haben wir wieder Dresden, ein paar Industriegeschichten und ein Blatt im März, wo die Krokusse auf meiner Wiese blühen. Wir wollen wieder in die Landschaft gehen und mal sehen wie meine Skulpturen zwischen der städtischen Architektur und urbanen Geschichten funktionieren.

Wie entsteht der Kalender?

Wir arbeiten jetzt schon für den Kalender 2022. Wenn man etwas in der Landschaft aufnehmen möchte, muss man beobachten wie sich die Natur ändert. Gerade jetzt im Herbst, ist es einmalig. Diese Farbigkeit. Da muss man schon Sachen für nächstes oder übernächstes Jahr im Kopf haben. Wenn eine neue Skulptur oder ein Springbrunnen entsteht, machen wir uns mit dem Fotografen schon Gedanken, wo man diese aufnehmen könnte. Damit es eine auch schöne Stimmung gibt. Wenn ein Monat bei den Leuten hängt und sie begleitet, strömt etwas Schönes durch ihr Leben. Also meine Energie, Güte und Liebe. Das ist mir sehr wichtig.

Vielen Dank Małgorzata Chodakowska!

Den Kalender gibt es in unserer Ladengalerie und im Onlineshop .

Alle in diesem Kalender gezeigten Fotografien von Lothar Sprenger und über 40 weitere Motive mit anderen Skulpturen von Małgorzata Chodakowska können Sie jederzeit bei art+form erwerben.

Bei frei wählbarem Format sind diese auf folgenden Materialien erhältlich:
– Fotopapier
– Leinwand
– Acryl/Alu-Dibond

Bei Interesse sprechen Sie uns gerne an.

Das Interview gibt es auch als Video .

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